Emacs Tutorial (Pt. 1)

Wie ich bereits im Artikel E wie Edit schrieb, machte ich um Emacs jahrelang einen weiten Bogen. Zwei Tatsachen schreckten mich von dem Editor ab:

  1. Emacs gleicht mehr einem Betriebssystem, als einem Editor.
  2. Die Lernkurve zu Emacs’ Bedienung ist zu Beginn recht steil.

Inzwischen ist der erste Punkt für mich zum größten Pro von Emacs geworden. Ich verbringe immer mehr Zeit innerhalb des Editors und verlasse ihn im Moment nur noch, um mit SSH-Verbindungen zu jonglieren. Wahrscheinlich könnte Emacs sogar das effizienter, aber so weit bin ich noch nicht. An dieser Stelle möchte ich den Leser abholen und auf meine Reise mitnehmen. Diese neue Reihe wird eine Dokumentation meines Lernerfolgs und für den ein oder anderen Leser eventuell der Einstieg in die sehr produktive Arbeit mit dem Gnu.

Öffnen

Wer seinen Rechner mit Linux oder einer Unix-Variante, wie beispielsweise Mac OS X betreibt, hat Emacs installiert. Alle anderen können Emacs von dessen Website beziehen. Ich selbst präferiere die Arbeit im Terminal. Dort startet man Emacs einfach, indem man ’emacs’, oder ’emacs Dateiname’ eingibt. Und schon ist man durch die Tür und den ersten Schritt auf der Straße gegangen. Wer das jetzt einfach nachvollzogen hat, ist entweder verwirrt, oder hat sogar seinen Terminal einfach geschlossen, weil er keinen Weg zurück fand. Das Schließen von Emacs stellte mich bereits vor die erste Herausforderung.

Schließen

Vim nutzt verschiedene Modi zur Eingabe von Text und dem Bearbeiten des Dokuments durch Kommandos. Wen Vim das erste Mal öffnete, dürfte ähnlich ratlos davor gesessen haben, wie ich nun vor Emacs. Einmal mit dem Kopf auf die Tastatur schlagen hat dann wenigstens ‘a’ oder ‘i’ erwischt und man war in der Lage, Text einzugeben. Hat man ‘r’ gedrückt, dürfte man schnell verzweifeln. Doch wie man zurück in den Befehlsmodus und gar zum Speichern und Schließen des Dokuments kam, war dann Sache eines beherzten Griffs zu Google.

Emacs kennt keine verschiedenen Modi. Man kann einfach darauf los schrieben und verändert den Text. Dafür muss man Emacs aber extra mitteilen, wann eine Eingabe eben kein Text ist, sondern einen Befehl darstellt. Zu diesem Zweck gibt es bestimmte Tasten, die eine Befehlseingabe vorbereiten. Ein Vim-Nutzer könnte sich etwa vorstellen, er schaltet für einen Befehl in den Befehlsmodus. Eine dieser Sondertasten ist CTRL, oder auf der deutschen Tastatur STRG. Wann immer ich in zukünftigen Texten schreibe, dass ein Befehl C-x Y lautet, meine ich damit, dass CTRL und gleichzeitig die Taste ‘x’  gedrückt werden soll. Nach Loslassen von CTRL und ‘x’, muss noch ‘Y’ gedrückt werden, wobei ein Großbuchstabe tatsächlich einen Großbuchstaben meint. Also SHIFT und ‘y’ gleichzeitig drücken. Mit diesem Wissen können wir jetzt Emacs schließen, indem wir C-x C-c drücken.

Speichern

Obwohl mir noch kein Emacs unter gekommen ist, der nicht nachfragen würde, wenn ein Nutzer versucht, ein ungespeichertes Dokument zu schließen, gehe ich meist lieber auf Nummer sicher und speichere meine Dokumente per Hand. Das tut die Befehlskombination C-x C-s.

Ausblick

Wir sind jetzt in der Lage, Dokumente zu öffnen, den Text darin zu bearbeiten, ihn zu speichern und Emacs wieder zu schließen. Damit sind alle Grundlagen für die einfache Arbeit mit Textdateien gegeben. Im nächsten Artikel werde ich auf die Bearbeitung von Dokumenten durch Befehle eingehen. So zum Beispiel das Markieren von Textstellen, das Kopieren, Einsetzen, Ausschneiden und die Bewegung des Cursors an die verschiedenen Stellen eines Dokuments.

Außerdem werde ich alle erwähnten Befehle in einer Referenz sammeln, die dem Gedächtnis in Notfällen schnell wieder auf die Sprünge helfen kann.

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