Eine Einladung

– oder: vom Sinn und Unsinn, ein Weblog zu betreiben.

Dieses Blog ist nicht mein Erstes. Aber es ist mein Einziges. Das bedeutet, dass all die Anderen nicht überlebt haben. Tatsächlich hatten die meisten meiner Blogs recht kurze Halbwertszeiten, irgendwo zwischen wenigen Monaten und zwei Jahren. Einige Tage vor meinem ersten Artikel dachte ich darüber nach, welchen Mehrwert ich mit einem neuen Blog schaffen könnte, welchen Themen ich mich widmen sollte, damit der Leser interessiert dabei bleibt.

Als ich dann endlich den ersten Artikel veröffentlichte, war das nicht einmal ein Neuer. Dieser Artikel zog in der Vergangenheit bereits über drei Weblogs und wurde von mir bei diversen Gelegenheiten rezipiert. Er ist nicht mein Bester, aber er ist einer der Wenigen, der mir persönlich auch heute noch etwas bedeutet.

Kurz nach erneuter Veröffentlichung des Artikels wurde mir klar, warum alle bisherigen Ansätze gescheitert sind: Ich schrieb für den Leser. Jeder meiner Artikel wurde konzipiert, geschrieben, überarbeitet und veröffentlicht, um dem Leser einen Mehrwert zu bieten. Dabei hatte ich – je nach Blog – einen ganz bestimmten Typ von Leser vor Augen. Einmal schrieb ich über Macs, ein anderes Mal versuchte ich Nicht-Informatikern Aspekte der Informatik zu erklären, dann wieder schrieb ich über Politik und versuchte mich kurzfristig an der Berichterstattung über die Hardcoreszene in Deutschland. Ich schrieb über alles, was mich bewegte, aber immer nur über ein Thema zur selben Zeit. Ich zwang mich, ausschließlich zu einem Aspekt meiner Persönlichkeit zu veröffentlichen und selbst dabei noch meine Person aus diesen Artikeln herauszuhalten. Außer bei jenem, immer wieder veröffentlichten Artikel. Er war mir selbst ein Anliegen.

Alle meine Blogs schliefen irgendwann ein. Was in erster Linie an meiner Art liegt: Ich kann mich nicht mit nur einem Thema beschäftigen. Das würde mich langweilen. Deshalb jongliere ich immer mit einer ganzen Handvoll Themen, lasse immer wieder eines fallen und nehme ein anderes auf. Ich tauche in viele Bereiche gleichzeitig ab, versuche Wissen anzuhäufen und suche nach Verbindungen zwischen den Themen. Mein Kopf ist nicht abschaltbar. Ich denke ununterbrochen nach. Noch während ich an diesem Artikel schreibe, habe ich zwei Neue begonnen, die sich beide wiederum mit vollkommen divergenten Bereichen beschäftigen.

Und dann versuche ich, über einen bestimmten Gegenstand zu schreiben? Für einen bestimmten Leserkreis?

Das ist Unsinn.

Deshalb wird dieses Blog anders. Es gibt keine Beschränkung auf bestimmte Themen. Alles, was meinen Kopf beschäftigt und geschrieben werden will, wird man hier finden können. Dieses Weblog ist von mir, für mich und wird damit zu einem Abbild meiner selbst. Das kann sehr technisch werden, vielleicht auch politisch, eventuell wird es Artikel zu musikalischen Themen geben, oder es wird verspielt. Es wird Zeiten geben, in denen ich den Aluhut aufsetze, dann gibt es vielleicht Momente, in denen ich den Kontrollverlust preise. Vor allem aber wird es sehr oft persönlich werden. Und bei alledem wird es um mich gehen.

Dieses Blog ist eine Einladung.

Holt euch einen Kaffee, schlagt mein Logbuch auf und begleitet mich ein Stück auf meinem Weg.

Denn dann ergibt das alles hier einen Sinn für mich.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s