Mut

– oder: Warum ein Business Plan noch kein Business ist

Seit Jahren gehe ich mit einer Idee nach der anderen schwanger. Ich sehe an vielen Stellen Dinge, die fehlen und frage mich so oft, warum sich kein Mensch damit beschäftigt, diesen Fehlstand auszugleichen. Daraus werden im Wochentakt Business Pläne und Start-Up-Ideen. Mein eigentliches Problem ist, dass es bisher immer bei eben diesen Ideen blieb. Warum das so ist, versuche ich hier – und damit in erster Linie mir selbst – zu erklären.

Als ich anfing zu studieren, entschied ich mich für einen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang. Meine Begeisterung für Start-Ups wurde bereits in einer sehr frühen Phase meiner inzwischen beachtlich langen, akademischen Laufbahn geweckt. Es begann alles mit dem Wort “Entrepreneurship”. Ein Wort, das ich lange Zeit nicht einmal aussprechen konnte, ohne mir die Zunge zu verrenken. Vielleicht ist es deshalb zu einem so wichtigen Wort für mich geworden. Vielleicht war es aber auch die Tatsache, dass ich sofort verstanden habe, warum Entrepreneurship so wichtig ist, was es heißt, ein Unternehmer zu sein. Im eigentlichen Sinne des Wortes. Einer, der etwas unternimmt, etwas startet, etwas beginnt, das vor ihm noch keiner getan hat.

Wirklich Blut geleckt habe ich dann in meinem dritten Semester, als ich in einem Seminar daran teilnahm, einen 5-Jahres-Finanzierungsplan für ein Start-Up aufzustellen. Bereits vorher hatte ich eine Menge Ideen, doch kam mir nie in den Sinn, wirklich etwas daraus zu machen. Nach diesem Seminar änderte sich das. Ich war heiß darauf, selbst etwas zu beginnen.

Dann veränderte sich mein Lebensweg. Ich wechselte Studiengang, Universität, Stadt und Lebensplan. Rutschte mehr zufällig als geplant in die Informatik und legte meine Ausrichtung ganz auf eine akademische Karriere. Mich interessierten viele Semester lang nur theoretische und technische Grundlagen, ich vertiefte mich in alle möglichen Aspekte der Softwareentwicklung und ging in meinem neuen akademischen Umfeld auf. Doch die besten Ideen kommen einem, wenn man eben nicht darüber nachdenkt, was sich verkaufen lässt. So stapeln sie sich inzwischen in meinem Kopf und quellen mir zu den Ohren raus. Seit Ende des letzten Jahres denke ich vermehrt darüber nach, eine dieser Ideen zu nehmen und ein Start-Up anzustrengen. Eine Idee nach der Anderen ziehe ich aus der Halde in meinem Kopf und versuche mich daran, einen Business Plan zu formulieren. Ich spreche mit potentiellen Investoren, spreche mit potentiellen Gründern, spreche mit potentiellen Interessenten und schreibe, schreibe, schreibe. Dabei rotiere ich so sehr, dass mir nicht auffällt, dass ich mich keinen einzigen Schritt voran bewege.

Das Reisegepäck steht bereit, ich habe mich vorbereitet, kenne viele gute Leute. Alles was fehlt, ist der erste Schritt. Oder besser: Der Mut zum ersten echten Schritt. Noch vor all der Kompetenz, dem Fleiß, der Opferbereitschaft ist es die erste Eigenschaft, welche einen wahren Unternehmer, einen Entrepreneur auszeichnet: Mut.

“It’s a dangerous business, going out your door. You step onto the road, and if you don’t keep your feet, there’s no telling where you might be swept off to.” ~ Bilbo Baggins

Diesen Mut aufzubringen, ist der erste Schritt.

Mein nächster Schritt?

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